Tauchen in Gozo

Vom 27.09 bis 06.10.2013 war ich mit 3 Freunden der ARGE Blautopf (Bernhard, Jochen, Oli) in Gozo beim Tauchen. Jochen Mahlmann plante alles, die Flüge, Mietwagen, Übernachtung, Doppelflaschen, Stages. So konnten wir alle zusammen am Samstagmorgen ab München nach Malta fliegen. Dort angekommen übernahmen wir 2 Mietwagen und fuhren mit der Fähre zur Nachbarinsel Gozo. Wir checkten in der Tauchbasis Moby Dive in Xlendi ein. Bei den reservierten Doppelgeräten mussten wir das Blei noch improvisierend montieren. Anschließend bereiteten wir alles für die nächsten Tauchtage vor. Da Jochen alle Tauchspots bestens kannte, konnten wir unabhängig der Tauchbasis alle unsere Tauchgänge selbst organisieren.

Blue Hol in Gozo. Fotograf: Oliver Schöll

Blue Hol in Gozo. Fotograf: Oliver Schöll



Wir hatten bestes Wetter, so um die 27-30C°. Die Wassertemperatur Betrug oben ca. 27 Grad und auf 50m zum Teil immer noch 20 Grad. Trotzdem mussten wir aufgrund der Länge der Tauchgänge (80-110 Min.) mit Trockentauchanzügen Tauchen.

In Gozo sind die meisten Tauchspots von Land aus (Geländetaugliches Auto Vorausgesetzt) erreichbar.

Gleich am Sonntag unternahmen wir einen Eingewöhnungstauchgang am double Arch und den zweiten Tauchgang an der Bottle.

The Bottle:
(Bitte beachten, die Höhle ist nur für technische Taucher mit entsprechender Ausrüstung und Brevetierung geeignet)
An der Bottle konnten wir in ca. 35m Tiefe durch ein kleines Loch in den Fels (Höhle) einsteigen und senkrecht innerhalb des Fels auf eine Tiefe von ca. 55m abtauchen, wo wir aus der Felsnadel am Grund bei top Sicht (ca. 40m) wieder ins Azurblaue offene Wasser tauchen konnten. Diesen anblick werde ich nicht so schnell vergessen.
Bei diesem Tauchgang verbanden wir den Aufstieg und die Dekostops gleich damit zwei dort  direkt angrenzende Höhle (Scrims Cave und Billinghurst Cave) zu besuchen.

Billinghurst Cave:
Der Höhleneingang liegt in der Nähe der Bottle auf groben 20m Tiefe. Die Höhle ist recht groß, man kann hier ca. 10min in eine Richtung tauchen und innen in einer Luftblase auftauchen. (Achtung Atemregler im Mundlassen ggf. CO2 in der Luftblase)

Weitere Tauchspots waren:
Middle Finger:
Zwei Felsnadeln von ca. 10m-70m steil abfallend

Black Rock:
Um den Felsbrocken zu erreichen mussten wir bei RAS il Hobsz einsteigen ca. 10min das Ufer auf der rechten Schulter haben und dann weitere 10min  im Freiwasser auf ca. 180°Grad tauchen. Danach taucht mitten im Meer der Felsbrocken auf. Der Grund fällt dort auf 70m steil ab.

Inland Sea:
Bei ruhiger See ist das ein fantastischer Tauchgang. Man taucht 80m eine enge Schlucht bis hin zum offenen Meer entlang.

Schlucht Inlandsea.  Fotograf: Oliver Schöll

Schlucht Inlandsea. Fotograf: Oliver Schöll

Über einem fahren Boote, die Schlucht ist ca. 18m tief, so das hier bis auf den Ein-Ausstieg keine Gefahren bestehen. Beim tauchen erscheint am Ende der Schlucht das hell leuchtende blaue Meer. Der Anblick ist spektakulär.
Im offenen Meer angekommen sind Tauchtiefen von 25-60m möglich.

Blue Hole:
Der Einstieg liegt neben dem Inland Sea und ist speziell mit schwerem Gerät und Stages (Laufstrecke) etwas beschwerlich.
Man steigt in einem senkrechten runden Loch ein. Auf einer Seite liegt eine kleine betauchbare Höhle. Nachdem man diese gesichtet hat, empfiehlt es sich, auf der gegenüberliegenden Seite durch einen Unterwasser liegenden Torbogen ins offene Meer zu tauchen. Tiefen dort 5-60m.
Um das geschleppe nach dem Tauchgang zu vermeiden und da wir genügend Gasreserven dabei hatten, haben wir uns entschieden von dort aus direkt zum Inland Sea zu tauchen.

Blue Dome:
Kleine Höhle in welcher man innen auftauchen kann. Dies sieht aus wie man sich in einer Kathedrale befände.

Xlendi Bay:
Wir sind hier das Ufer auf der linken Schulter bis 45min in eine Richtung getaucht. In diesem Bereich fällt dort das Ufer fast wie eine Steilwand auf bis zu 60m ab.

Xalt l-Ahmar Wracks:
Drei in ca. 30-40m tiefe für die Taucher versenkte Schiffe
–          Camino
–          Karwela
–          MX Xlendi (Auf dem Kopf)

Wrack Karwela. Fotograf: Oliver Schoell

Wrack Karwela. Fotograf: Oliver Schoell

Die Wracks wurden dort extra für die Taucher versenkt, wobei die MX Xlendi hierbei kippte und nun auf dem Kopf liegt. Das eintauchen dort ist verboten.
Der Tauchspot ist von Land aus schon mit Straßenschildern beschildert. Es wurde ein Parkplatz für die Autos angelegt, eine Tafel, auf welcher die Kurse und Tiefen der Wracks verzeichnet sind befindet sich hier auch.
Der Einstieg ist einfach und erfolgt eine Leitern. Wir hatten uns entschieden hier gleich beide Wracks (Camino + Karwela) in einem Tauchgang zu betauchen. Die notwendige Grundzeit von ca. 45min. war mit unserer Tauchausrüstung problemlos machbar.
Sonstiges:
Es gibt noch viele andere Tauchspots, auch kann man nach Malta fahren und von dort diverse Wracks (P 29 oder Roza) antauchen, oder sich ein Boot chartern um das U-Boot Stubborn auf 57m, den 110m langen Frachter um el Faroud auf 40m oder der 152m langen Truppentransporter die Le Polynesien auf 68m zu betauchen.

Anbei ein paar Bilder als Inspiration (Bildquelle Oliver Schöll). Ich kann Euch die Insel wirklich als Tauchdestination bestens empfehlen. Wer jedoch die Gegebenheiten nicht kennt, sollte besser Vorort mit einer der vielen Tauchbasen zum tauchen gehen. Für technische Taucher gibt es auch Tauchbasen, welche das geeignete Equipment wie auch die Gase zur Verfügung stellen.

Fotograf: Oliver Schöll

Gut Luft
Manfred

 

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